00:00:00: Es gibt überhaupt nur noch altbewerte Fachleute.
00:00:07: Wir haben alte Bewerte Segelflieger, drei Jahre Praxis, bewährte alte Radiofachleute zwei Jahre.
00:00:17: Wenn sie alle zusammen über berufliches reden, so quatscht das, dass ihnen die Schnauze schäumt.
00:00:23: Und wenn Sie gar noch so sprechen können wie es im amtlichen Bericht steht – so unpersönlich!
00:00:29: So darüber stehend, so vornehm abgeklärt, dann strahlen sie über das ganze Antlitz.
00:00:37: Etwa so….
00:00:38: Gestern Abend wurde in der Wohnung des Berufszwerges Jakob Nitzke von dem diensthabenden Sohn Nitzkis, dem acht Jahre alten Friedolin das dortige Wasserleitungsrohr als verstopft gemeldet.
00:00:51: Die Meldung lief bei Frau Nitzkes abends neun Uhr zehn ein.
00:00:56: Frau Nizke gab die Meldungen sofort ihrer Hausangestellten Fräulein Anna Koschmann weiter, die allerdings da sie keinen Dienst mehr hatte, weiteres zunächst nicht veranlassen konnte.
00:01:07: Der gegen halb zwölf Uhr von ernster Berufspflicht aus der Skala heimgekehrte Ehrmann Nitzke wurde gleich nach seiner Rückkehr verständigt.
00:01:17: Die Operationen wurden auf seine Anordnung hin bis zum nächsten Tag verschoben.
00:01:23: Am nächsten Tag, also heute Morgen begab sich zunächst eine Kommission bestehend aus dem Berufszwerg Nitzke dessen Ehefrau als Beraterin sowie dem elfjährigen Sohn Haddu brandt zu dem fraglichen Rohr.
00:01:38: Geleitet wurde die Kommission von Herrn Zwerg-Nitzke.
00:01:42: Zwerg Nitzke erkannte sofort, dass das Wasserleitungsrohr nicht funktionierte weil es verstopft sei und begab sich daraufhin persönlich zu dem Hauswart Schipanovski – ob gleich derselbe seinen Dienst noch nicht angetreten hatte.
00:01:59: Schipanovski forderte dementsprechend Nitzker auf welcher Aufforderung dieser aber nicht nachkam.
00:02:06: die Privat-Beleidigungsklage ist eingereicht.
00:02:10: Am Nachmittag erschien dann auf erneute Vorstellung Frau Schipanovski.
00:02:16: Die Wasserrohrbereinigungskolonne war folgendermaßen zusammengesetzt – technische Leitung, Frau Hauswart-Schipanovsky, Personalaufsicht, Frau Zwerg-Nitzke, Leitung der Hilfsmannschaft bestehend aus dem Sohn Hadubrand Nitzke.
00:02:37: Umgeben von seinem Stabe machte sich Direktor Nitzke persönlich an die fachtechnische Arbeit.
00:02:45: Die Beratung ergab folgendes, vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus wäre die Anlegung eines neuen Wasserrohrs anstelle des alten allerdings empfehlenswert doch bestanden aus allgemeinen wirtschaftlichen Erwägungen sowie auch Wasserbautechnisch einige Bedenken.
00:03:05: Während es tätisch gegen die Einführung eines sogenannten Schrubers in das Wasserrohr-Einwendungen nicht bestanden, konnte doch dieselbe zunächst nicht vorgenommen werden.
00:03:17: Davon seiten der Personalaufsicht hauswirtschaftlich eingewendet wurde, dass ein solcher Schruber nicht vorhanden
00:03:25: sei.".
00:03:26: Die technische Leitung erklärte, dass sie ihrerseits zur Materialbeschaffung nicht beitragen könne was die Personal auf sich sowie die Leitung der Hilfsmannschaft heftig bestritten.
00:03:37: Die Oberleitung entschied schließlich, das aus hygienischen sowie aus ernährungswissenschaftlichen Gründen die sofortige Beschaffung des Wasserrohr-Reinigungsbehälfsmittels in augenblickliche Erwägung zu ziehen sei da die Leitung der Oberleitungen als lang bewährter Fachmann darüber fachmännischen Rat zu erteilen sehr wohl in der Lage sei.
00:04:03: die Benennung alter Kuhkopp vonseiten der technischen Leitung lehnte, der Leiter der Oberleitung als lange im Berufsleben stehend ab.
00:04:14: Da lachste!
00:04:16: Wenn aber drei Beamte ein Nagel einschlagen sollen und deshalb einen solchen Betrieb veranstalten, der weiter keinen Sinn hat als Bedeutung Notwendigkeit und Wichtigkeit der beamtlichen Existenz möglichst aufzublasen, da lacht keiner.
00:04:35: Denn Deutschland ist ein gründliches Land kein Kind ohne Nachttopf, kein Erwachsener ohne fachliche Hochschulausbildung, ohne Titel und einen ganzen Kopf voller Einbildung!