00:00:00: Der letzte Tag.
00:00:01: Heute bin ich schon den ganzen Tag fein angezogen, denn heute Abend fahren wir fort – dies ist der letzte Tag an der See!
00:00:10: Ich komme mir so unwohnlich in meinen Stadtsachen vor.
00:00:15: Vier Wochen lang bin ich hier bunt wie ein Gockelhahn herumgelaufen mit gestreiften Strandjacken und ultravioletten Jackets und weißen Hosen.
00:00:24: Mitunter trug' ich auch den hellgrauen Anzug den ich mir eines von einer Weihnachtsgratifikation des Herausgebers zugezogen habe, das Ding sah schon am zweiten Tag aus wie ein stark benutzter Sack.
00:00:37: Und jetzt bin ich so fein!
00:00:39: Ich gehe noch einmal durch alle Sträschen und auf die Mole und an den Strand und an die große Bucht und dann meine kleine Privatbuch.
00:00:48: Die Erinnerungen der vier Wochen lösen sich wie Briefmarken, die man aufgeklebt und gleich wieder heruntergenommen hat.
00:00:55: Sie haben die Gegenstände noch nicht infiltriert, sind noch nicht aufgesogen worden.
00:01:02: Sie fallen ganz leicht ab!
00:01:03: Hier hat die kleine Engländerin, die über ein Junge aussieht, gesagt – perhaps was doch bekanntlich auf Damen englisch ja heißt.
00:01:12: und am nächsten Tag fuhr sie ab.
00:01:14: Aber der schmale Felsweg und dies «perhaps» sind noch nie eins geworden, sind nicht untrennbar miteinander verbunden sondern sie sagte es zufällig hier Und der Felsweg ist ganz ohne sie auch denkbar.
00:01:28: Stolz gehe ich vorbei, stolz an den bunten Wind zelten die, wenn der Wind sie füllt aussehen wie Araber-Turbane, stolzig am Tabak laden vorbei wo die alte Frau mir Schokolade, Klotfarer, Streichölzer und alle ninety vier Zeitungen aus Paris verkauft hat.
00:01:45: zur Käsefrau, die immer so viel spricht und so liebenswürdig streng mit mir war gucke ich gar nicht mehr hinein – Die schwarze Katze!
00:01:53: Vom Obstmann grüße ich nicht mehr zurück, sie sieht mir verwundert nach.
00:01:57: Da unten liegt noch einmal das Meer – die langen Stunden in denen gar nichts geschah, wo nur der Wind das arme Ding über mich hinwegfächeln musste, wo die Sonne den Bauch erst beschien dann bestrahlte, dann in eine wie Feuer brennende Tomate verwandelte.
00:02:18: schließlich ging er braun wie eine Kaffeebone unter!
00:02:22: Das ist ein schönes Bild.
00:02:24: Die langen Stunden, wo der verschleierte Blick ins Wasser sah – die Linie am Horizont nach nichts absuchend!
00:02:32: Wo die Sandkörner rieselten und die Strandhüpfer unendlich geschäftigen Geschäften nachhüpften, sie kamen sich sicherlich sehr amerikanisch vor.
00:02:41: Wenn man genau hinhorchte, konnte man Sie etwas vom Rhythmus dieser Zeit wissern hören?
00:02:47: Die leeren Stunden, bei denen sich Energie, Gehirnschmalz verstand und Gesundheit gewissermaßen aus dem Reservoir des Nichts ergänzten, aus jenem geheimnisvolle Lager das eines Tages leer sein wird.
00:03:01: Ja, wird dann der Lagermeister sagen – nun haben wir aber nichts mehr!
00:03:06: Und weil ich nicht schon vorher auf die leisen Warnungen des Ressorts gehört habe, werde ich mich wohl hinlegen müssen… Die langen Stunden!
00:03:16: Da kehre ich mich auf den Absatz meiner dicken Reisestiefel um?
00:03:19: Sehe das Meer kaum an Streife ist so mit einem fast beleidigenden Blick.
00:03:25: Ich bin ein Stadtmensch, kennst du meine Schlipse?
00:03:28: Und nun kenne ich es auf einmal nicht mehr!
00:03:31: Wenn Sie mich fragen wo ich diesen Sommer war, werde ich gleichgütig antworten irgendwo in der Britannie an das
00:03:38: See.".