Wrobel - Der Tucholsky-Podcast

Wrobel - Der Tucholsky-Podcast

Transkript

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00:00:00: Südfrüchte!

00:00:02: Wenn einer und er ist Mittag, feine Leute nennen das Friesticken.

00:00:07: Also wenn er friestickt und bestellt sich zum Schluss was siehst, Appelsienauflauf mit Guss Und nun wird ihm der Kellner eine Gurke bringen So sagt er Nehmen Sie das wieder vott Denn lieber Herr Ober-Sauri Joke is kein Kompott So auch im Leben.

00:00:30: Da glauben Biederbrillen und Fortschrittskneifer, dass deutsche politische Leben würde immer reife und reife!

00:00:40: Und sprechen davon bei Tageabend zu den der Nacht wie wir es doch so herrlich weit gebracht.

00:00:47: Und wir hätten eine Republik und eine Verfassung und ein freies Wahnrecht.

00:00:53: dazu was sagste Nu?

00:00:56: Ich sage, das Schild hat gewechselt, sag ich im Laden der alte Trott.

00:01:04: Saurioke ist kein Kompott!

00:01:08: Und ich sage, wenn nicht so abends die Herrn Ministersee und die Herren Staatssekretäre im Frack, in Bristol und Theater Paris... wie sie doch so gern möchten morgen getan sein mit ihre Dams und vor jeden fremden Diplomaten zusammenknicken, weh'n des Nams.

00:01:32: Wie Sie Fettlebe machen bei Rechtsanwälte und bei Bankiers!

00:01:38: Wie Sie so Rumscha wenzeln auf die feinsten Mode-Tees seelig wenn einer hinter sie herzischelt, this is Gessler das ist Koch wie manche fressen und spekulieren, noch und noch.

00:01:54: Wenn ich das so sehe und denke, die bilden sich nur ein große internationale politische Welt zu sein, dann sage ich bei mir, die?

00:02:08: Ach du lieber Gott!

00:02:10: Lauter saure Joken und kein

00:02:14: Kompot!".

Über diesen Podcast

"Schnipsel" nannte Kurt Tucholsky (1890-1935) seine späten Aphorismen. Sein journalistisches, feuilletonistisches und lyrisches Gesamtwerk ist aber weit mehr als das: Ein hochintelligent-pointierter Kosmos seiner Zeit.

Der Sprach- und Sprechkünstler Frank Dittmer trägt in diesem Podcast seit 2019 wöchentlich einen neuen Text von Tucholsky vor: über Politik und Liebe, Kunst und Literatur, die Tragik und die Komik des Lebens.

Alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind vor hundert Jahren veröffentlicht worden - also zu Beginn der "Goldenen Zwanziger", von Tucho skeptisch-wohlwollend beäugt und schonungslos-satirisch beschrieben. Aktuell sind Texte aus dem Erscheinungsjahr 1926 zu hören.

Nach längerer Schaffenspause 1923 ließ sich Tucholsky Anfang 1924 wieder von Siegfried Jacobsohn für die "Weltbühne" unter Vertrag nehmen und zog im April des Jahres als deren Korrespondent nach Paris. Bis Ende 1926 blieb Frankreich sein Lebensmittelpunkt.

Übrigens: Der Name dieses Podcasts leitet sich von einem der fünf Pseudonyme Kurt Tucholskys ab: "Ignaz Wrobel".

Ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis aller hier bisher veröffentlichten Tucholsky-Texte mit Hyperlinks befindet sich hier: https://www.frank-dittmer.de/liest-tucholsky

von und mit Frank Dittmer

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